Fachbereich Anästhesiologie

Universitätsklinik für Anästhesiologie,operative Intensivmedizin, Rettungsmedizin, Schmerztherapie

 

Direktor Prof. Dr. med. Dietrich Henzler

 

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Klinik fokussieren sich auf die Versorgung schwerkranker Patienten in der Intensivtherapie, auf die Ausbildung von Ärzten und Notfallsanitätern und auf die Verbesserung der perioperativen Patientensicherheit. In allen Bereichen besteht für den Ausbau noch erheblicher Investitionsbedarf, der auch durch die erfolgreiche Einwerbung von Forschungsgeldern nicht vollständig gedeckt wird. Fördermöglichkeiten bestehen für die Anschaffung von Geräten, für die Beschäftigung wissenschaftlichen Personals (Ärzte, Dokumentationsassistenten) und für Sachmittel (Verbrauchsmaterial, Reagenzien, Publikations-kosten).

 

1. Beatmungsassoziierter Lungenschaden: Je nach Ursache liegt die Sterblichkeit beatmeter Intensivpatienten mit akutem Lungenversagen bei >70%. Untersucht werden die Verteilung der Beatmungsluft in der Lunge mittels Elektroimpedanztomographie (Sachkosten ca. 60 TEUR) und neuen Beatmungsmodalitäten (ca. 50 TEUR), die Auswirkungen auf die Mikrozirkulation (ca. 30 TEUR) und extrakorporale Lungenersatzverfahren (ca. 70 TEUR).

 

2. Training und Simulation: Zum Aufbau des Herforder Anästhesie- und Notfall Simulationszentrums (HANSi) werden Simulationspuppen, SkillsTrainer und Verbrauchsmaterialen benötigt (Einzelmaßnahmen von 2-50 TEUR). Das Training von invasiven Einzelmaßnahmen, komplexen medizinischen Szenarien und Teamarbeit in Krisensituationen ist für Ärzte, Pflegepersonal und Notfallsanitäter wichtiger Bestandteil der Ausbildung und dem Erhalt von Kompetenzen.

 

3. Patientensicherheit: Trotz zahlreicher Verbesserungen in operativen Techniken und Behandlungsmöglichkeiten liegt aufgrund komplexer medizinischer Sachverhalte und einer alternden Bevölkerung die Mortalität nach einem operativen Eingriff bei durchschnittlich 4%. Die Forschung richtet sich auf die Identifikation von Risikofaktoren und die Umsetzung risikomindernder Strategien im klinischen Behandlungsablauf.

Projekte:

Projekt beatmungsassoziierter Lungenschaden

 

Schwerkranke Patienten werden nach großen Operationen oder Unfällen auf einer Intensivstation behandelt. Neben vielen anderen Maßnahmen ist die künstliche (=maschinelle) Beatmung eine wichtige Maßnahme mit zentraler Bedeutung für die Verbesserung der Überlebenschancen. Dennoch versterben noch immer viele Patienten, auf einer Intensivstation mit hohem Anteil an Notfallpatienten etwas jeder 7. Das Risiko ist besonders hoch für Patienten, die aufgrund der Schwere der Erkrankung und/oder einem Versagen der Lunge maschinell beatmet werden müssen. Je nach Ursache, liegt die Sterblichkeit beatmeter Intensivpatienten mit akutem Lungenversagen (ARDS) bei bis zu 70%.

Die Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin sind besonders ausgebildet, um dieses gefährliche Krankheitsbild behandeln zu können. Durch den Einsatz modernster Beatmungsgeräte und Atemunterstützungsverfahren besteht einerseits eine hohe klinische Kompetenz, andererseits die Möglichkeit, im Rahmen von klinischen Studien neue Behandlungsalternativen und verbesserte Beatmungsmöglichkeiten zu erforschen.

Die Klinik verfolgt zwei Strategien: Eine klinisch-experimentelle und die sog. Versorgungsforschung. Für die klinisch-experimentelle Forschung werden neue Untersuchungs- und Therapiemethoden bei der klinischen Behandlung von Patienten evaluiert. Die getesteten Verfahren sind bereits experimentell validiert worden, müssen aber noch im Hinblick auf die Behandlungsalgorithmen und die Wirksamkeit bei der Therapie des ARDS überprüft werden. Projekte der Klinik befassen sich mit der Untersuchung der Verteilung der Beatmungsluft in der Lunge mittels Elektroimpedanztomographie (Sachkosten ca. 60 TEUR) und neuen Beatmungsmodalitäten (ca. 50 TEUR), den Auswirkungen auf die Mikrozirkulation (ca. 30 TEUR) und extrakorporalen Lungenersatzverfahren (ca. 70 TEUR).

Die zweite Strategie besteht in der Untersuchung großer Patientenkollektive. Dabei werden die Daten möglichst vieler Patienten gesammelt und gemeinsam ausgewertet, um statistisch valide Aussagen zu bekommen. Die Klinik ist Mitglied im deutschen Forschungsnetzwerk ARDSnet und an mehreren multizentrischen Studien beteiligt. Die Mitarbeit ist aufwändig und personalintensiv, es müssen Daten erhoben, verarbeitet und ausgewertet werden, die in die Studien eingeschlossenen Patienten müssen betreut werden. Derzeit mangelt es insbesondere an simpler Infrastruktur (technische Ausstattung der Arbeitsplätze für die Forschung, Büroeinrichtung, Softwarelizenzen) als auch an Personal zur Durchführung der Studien (z.B. Study Nurses). Diese Arbeiten werden zur Zeit von besonders engagierten Mitarbeitern in ihrer Freizeit ausgeführt.

Um für den Forschungsbereich nachhaltig Ergebnisse erzielen zu können, ist die Ausstattung mit Personal, das nicht in die klinische Versorgung eingebunden ist, unumgänglich. Langfristig ist die Besetzung mit einer Arztstelle und 1-2 Assistenzstellen sinnvoll, dies soll über die Einwerbung von Drittmitteln forschungsfördernder Institutionen gesichert werden.

 
Projekt beatmungsassoziierter Lungenschaden
FUH Projekt beatmungsassoziierter Lungen[...]
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Projekt perioperative Patientensicherheit
 

Trotz zahlreicher Verbesserungen in operativen Techniken und Behandlungsmöglichkeiten sterben ca. 4% aller Patienten im Zeitraum von 3 Monaten nach einer Operation. Die Gründe dafür sind vielschichtig und liegen insbesondere in der Komplexität medizinischer Sachverhalte und einer alternden Bevölkerung. Daneben gibt es noch andere ungünstige Outcomes, wie z.B. Einschränkungen der kognitiven Leistungen, der körperlichen Fähigkeiten oder invalidisierende Funktionseinschränkungen.

In der Klinik werden multiple Ansätze verfolgt und getestet, wie sich das Outcome nach Operationen verbessern lässt. Die Forschung richtet sich auf die Identifikation von Risikofaktoren und die Umsetzung risikomindernder Strategien im klinischen Behandlungsablauf. Hier führt die Klinik eigene Studien, z.B. zur optimalen Vorbereitung auf eine Narkose, zur intraoperativen Kreislaufstabilisierung, oder zu Befindlichkeit und Schmerztherapie nach Operationen durch. Zur Durchführung jeder Studie sind neben den Personalressourcen weitere Finanzmittel erforderlich; es müssen Materialien und Medikamente beschafft werden, Softwarelizenzen und statistische Beratung bezahlt, die Vorstellung der Ergebnisse auf Konferenzen und Publikationskosten bestritten werden. Hierfür sind im Regelbetrieb keine Gelder vorgesehen, auch hier gilt, dass die Einwerbung von Drittmitteln nur nach Vorhandensein von Vorstudien Erfolg verspricht.

 

Projekt perioperative Patientensicherheit
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Projekt Forschungs- und Lehrbereich Simulation

 

An der Klinik soll ein interdisziplinäres Trainingslabor aufgebaut werden, das Herforder Anästhesie- und Notfall Simulationszentrums (HANSi). Erforscht werden soll, wie Ärzte und Pflegepersonal am besten für die kompetente Beherrschung von Notfallsituationen trainiert werden kann. Die Vermittlung von Notfallkompetenz geschieht am besten im Team, zudem müssen die aktuellen Algorithmen und Standards wiederholt geübt werden. Unklar ist noch immer, wie bzw. wie oft diese Trainings durchgeführt werden müssen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Fertigkeiten („skills“), die von Anästhesisten und anderen in der Notfallversorgung beteiligten Ärzte erlernt werden müssen, die aber aufgrund ihrer hohen Invasivität nur schlecht am Patienten geübt werden können (z.B. Entlastung des Brustraums, invasive Gefäßzugänge). Diese paradoxe Situation, über Fertigkeiten verfügen zu müssen, ohne diese vorher gefahrlos am Patienten erlernen zu können, wird am besten durch das Training am Simulator überwunden.

Von der Ruhr-Universität wird eine Grundausstattung gestellt, zum Betrieb werden Erweiterungen, SkillsTrainer ,Verbrauchsmaterialen und Mittel zur Deckung von Betriebskosten benötigt (Einzelmaßnahmen von 2-50 TEUR). 

 
Projekt Forschungs- und Lehrbereich Simulation
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